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Wie aus Mut Wachstum wurde: Exactaform und Vollmer schreiben 25 Jahre Erfolgsgeschichte 24.07.2026
zur ÜbersichtAls John Inglis im Jahr 2000 die Entscheidung traf, in seine erste Drahterodiermaschine von Vollmer zu investieren, stand viel auf dem Spiel. Für den Gründer von Exactaform war die Anschaffung der QWD 760 eine der größten Investitionen in der Unternehmensgeschichte. Heute, 25 Jahre später, blickt Exactaform auf eine bemerkenswerte Entwicklung zurück: Aus einem kleinen Werkzeughersteller ist ein international tätiger Spezialist für hochpräzise PKD-Werkzeuge geworden – mit mehr als 130 Mitarbeitenden, über 500 Kunden weltweit und mehr als 30.000 entwickelten Werkzeuglösungen.
„Damals war es ein kalkuliertes Risiko“, erinnert sich John Inglis, Gründer von Exactaform Ltd. „Rückblickend war es eine Entscheidung, die den weiteren Weg unseres Unternehmens maßgeblich geprägt hat.“ Die Geschichte von Exactaform beginnt 1979 in Coventry. Mit technischem Know-how, Unternehmergeist und dem Anspruch, komplexe Werkzeuglösungen für seine Kunden zu entwickeln, legte Inglis den Grundstein für das Unternehmen. Doch die entscheidende Weichenstellung für die Zukunft erfolgte im Jahr 2000 – mit dem Einstieg in die Bearbeitung von polykristallinem Diamant (PKD).
Der Startschuss für eine neue Ära
Vor der Investition in die erste Vollmer-Drahterodiermaschine war Exactaform vor allem auf Hartmetallwerkzeuge für die Automobilindustrie spezialisiert. Mit der QWD 760 erschloss sich das Unternehmen erstmals die Möglichkeit, PKD-Werkzeuge wirtschaftlich und in höchster Präzision zu fertigen. Damit eröffnete sich ein Markt mit deutlich höheren technologischen Anforderungen, aber auch mit erheblichen Wachstumschancen.
Die neue Fertigungstechnologie veränderte das Unternehmen grundlegend. Aus einem Werkzeughersteller mit Fokus auf konventionelle Anwendungen entwickelte sich Schritt für Schritt ein Spezialist für hochleistungsfähige PKD-Präzisionswerkzeuge. Was mit einer einzigen Maschine begann, wuchs über die Jahre zu einem modernen Maschinenpark mit insgesamt 21 Vollmer-Anlagen. „Unsere erste Vollmer QWD 760 ist noch immer im Einsatz und war der Startpunkt unserer PKD-Erfolgsgeschichte“, so Inglis. Heute produziert Exactaform monatlich rund 7.000 PKD-Werkzeuge.
Technologie öffnet die Tür zur Luftfahrtindustrie
Besonders deutlich zeigte sich die strategische Bedeutung der PKD-Technologie beim Eintritt in die Luft- und Raumfahrtindustrie. Als Flugzeughersteller zunehmend auf kohlefaserverstärkte Kunststoffe und andere Verbundwerkstoffe setzten, stiegen die Anforderungen an die Zerspanungswerkzeuge erheblich. Herkömmliche Werkzeuge stießen bei der Bearbeitung dieser Materialien schnell an ihre Grenzen.
Dank der mit Vollmer-Technologie aufgebauten PKD-Kompetenz konnte Exactaform frühzeitig Lösungen für diese anspruchsvollen Anwendungen entwickeln. Die Ingenieure des Unternehmens konstruierten spezielle Werkzeuggeometrien, die Delaminationen minimieren, Schnittkräfte reduzieren und eine präzise Bearbeitung der empfindlichen Verbundwerkstoffe ermöglichen. Damit gelang Exactaform der Zugang zu einer der technologisch anspruchsvollsten Industrien überhaupt. Heute stammen rund 40 Prozent des Geschäfts aus der Luft- und Raumfahrtbranche. Zu den Kunden zählen führende OEMs und Tier-1-Zulieferer, die höchste Anforderungen an Präzision, Prozesssicherheit und Werkzeugstandzeiten stellen.
Automatisierung als Wachstumsmotor
Parallel zum Ausbau der PKD-Kompetenz investierte Exactaform konsequent in Automatisierung. Die verschiedenen Vollmer-Technologien – von Erodiermaschinen der QWD- und QXD-Serie oder VPulse 500 über VGrind-Schleifmaschinen bis hin zu Hybridlösungen wie der VHybrid 260 – ermöglichten eine hochproduktive Fertigung mit langen mannlosen Laufzeiten.
Teilweise laufen die Anlagen bis zu 160 Stunden pro Woche mit minimalen Stillstandszeiten. Ein einzelner Mitarbeiter kann mehrere Maschinen gleichzeitig überwachen. Dadurch konnte Exactaform seine Produktionskapazitäten kontinuierlich steigern und gleichzeitig die hohe Qualität seiner Werkzeuge sicherstellen.
Kundenspezifische Lösungen als Erfolgsrezept
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor liegt zudem im Engineering-Know-how des Unternehmens. Rund 80 Prozent aller gefertigten Werkzeuge sind individuelle Sonderlösungen. Häufig liefern Kunden lediglich die Zeichnung eines Bauteils – die komplette Entwicklung der optimalen Werkzeuglösung übernimmt Exactaform.
Jedes Werkzeug wird dabei umfassend vermessen und geprüft. Dieser hohe Qualitätsanspruch hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen in Branchen etablieren konnte, in denen selbst kleinste Abweichungen nicht toleriert werden.
Eine Partnerschaft, die Wachstum ermöglicht
Für Exactaform und Vollmer ist die Zusammenarbeit weit mehr als eine klassische Kunden-Lieferanten-Beziehung. Über 25 Jahre hinweg bildeten innovative Fertigungstechnologien die Grundlage für den Aufbau neuer Kompetenzen, die Erschließung neuer Märkte und ein kontinuierliches Unternehmenswachstum.
„Die Entwicklung von Exactaform zeigt eindrucksvoll, wie eine technologische Investition zum Ausgangspunkt einer unternehmerischen Transformation werden kann“, beschreibt Tobias Trautmann, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. „Der Weg vom Ein-Mann-Betrieb zum international erfolgreichen Spezialisten für PKD-Präzisionswerkzeuge unterstreicht, welches Potenzial in Innovation, Unternehmergeist und langfristigen Partnerschaften steckt.“
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